Trockenestrich - AK ESTRICHE & BODENBELÄGE

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Trockenestrich

Estriche


Trockenestrich


Trockenestriche sind eine Variante, die sich besonders für den Trockenausbau eignet. Alle Trockenestriche sind nicht normativ erfasst. Es handelt sich hierbei generell um Sonderkonstruktionen, die besonders beauftragt werden müssen. Hierbei hat der Planer eine wesentlich höhere Verantwortung, bzw. Planungshaftung.
Trockenestriche werden einerseits in der Altbausanierung (Holzbalkendecken) verwendet, um eine Belastung durch Wasser zu vermeiden. Eine Eignung hängt u. a. vom Schwingungsverhalten der Unterkonstruktion und dem Belagsmaterial ab. Beispielsweise ist die Kombination "Spanplatten und Linoleum" wesentlich problemoser als "Anhydritplatten und Naturstein". Da es sich um dynamische Vorgänge handelt, ist es sinnvoll bei höherem Investitionsvolumen oder gewerblicher nutzung einen unabhängigen Bauphysiker zu beauftragen, der die zu erwartenden statischen und dynamischen Belastungen berechnen kann.
In Neubauten oder auf stabilen Untergründen (Betondecke) ist der Vorteil der schnellen Belegemöglichkeit durch die nicht einzuhaltende Trockungs- und Erhärtungszeit. Nachteilig sind die höheren Kosten.
Bei Trockenestrichen kommen nachfolgende Materialien zum Einsatz: Holzspanplatten (auch zement- oder magnesit-gebunden), OSB-Platten, Hartholzfaserplatten, Gipsfaserplatten, Gipskartonplatten, Perliteplatten und zementäre Estrichplatten. Bei unebenen Untergründen ist eine "Einebnung" notwendig, z. B. durch eine "Schüttung" notwendig. Diese besteht je nach System z. B. aus Tonkügelchen, Kunststoffen oder anderen Materialien. Eine Spachtelung des Untergrunds wäre bei kleineren Unebenheiten möglich. Hierbei ist aber das unterschiedliche Ausdehnungsverhalten und Reaktion auf dynamische Lasten zu berücksichtigen (Bauphysik). In Nassbereichen ist zusätzlich die Belastbarkeit durch Feuchte zu berücksichtigen.



Vorteile von Trockenestrichen:
Keine Wartezeit durch Trocknung,
keine Trocknungsprotokolle,
keine CM-Messung,
keine Feuchtigkeitsbelastung des Baukörpers,
teilweise leichterer Aufbau, analog einem Magnesitestrich,
geringere Konstruktionshöhen als konventionelle Estriche sind möglich.
Größere Höhendifferenzen sind durch Schüttungen ausgleichbar, dadurch geringere Gewichtsbelastung.
bei Fußbodenheizung wird weniger Masse erforderlich, daher schneller aufheizbare Räume und

Nachteile von Trockenestrichen:
Ebener Untergrund ist erforderlich. (Schüttung, Spachtelung)
Die Kombination Konstruktion und Belagsart muss ggf. von einem Bauphysiker errechnet werden
geringere Belastbarkeit bei dynamischen Lasten, wie zum Beispiel Rollstühle,
Standardtabellen für Trittschalldämmung sind nicht anwendbar,
bei Fußbodenheizungen sind Temperaturobergrenzen zu beachten.
die Feuchteempfindlichkeit hängt ab vom Estrichmaterial und dem System des Höhenausgleichs ab
Standardtabellen zur Wärmeleitfähigkeit bei Heizungen sind nicht anwendbar
höhere Kosten
generell Sonderkonstruktionen mit höherem Haftungsrisiko für den Planer und die ausführenden Firmen


 
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